Internet-Terminal mit Lubuntu einrichten

Auf einem Rechner, der in einem frei zugänglichen Bereich steht, war bisher als „Internet-Terminal“ ein Windows 10 installiert, welches nach jedem Update Probleme machte. Dieses durfte ich nun auf Lubuntu updaten.

Vorgaben waren:

  • Firefox als Browser soll automatisch starten
  • Bildschirmschoner soll erscheinen, Energiesparmodus muss aus sein
  • Automatische Anmeldung als Gast-Benutzer, somit Wiederherstellung aller Einstellungen nach Neustart
  • Administrierbarkeit per SSH
  • keine großen Probleme mit Updates

Zunächst habe ich als Linux-Distribution Lubuntu gewählt, einfach weil es einen sehr schlichten Desktop mitbringt, einfach anzupassen ist und nicht so viel unnötigen Ballast mitschleppt. Während der Installation habe ich mir einen Admin-Bediener angelegt, der später für SSH-Zugriffe und zum lokalen Administrieren benötigt wird. Den Autologin habe ich an der Stelle auf „Nein“ stehen, da später ja mit einem Gast-Bediener gearbeitet werden soll.

Nach der Installation habe ich zunächst einmal auf der grafischen Oberfläche die Spracheinstellungen geöffnet, damit Lubuntu fehlende Sprachpakete nachinstalliert. Ansonsten ist z.B. Firefox in Englisch.

Danach folgen diese Befehle:

sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade
sudo apt-get install mc ssh net-tools
sudo apt-get remove light-locker apparmor

Die ersten beiden bringen erstmal das Linux und die Paketquellen auf den aktuellen Stand. Mit dem dritten installiere ich MidnightCommander (brauche ich immer), den SSH-Server und die net-tools, damit Befehle wie z.B. ifconfig funktionieren. Der letzte Befehl entfernt apparmor, weil der leider mit dem Gast-Bediener kollidiert und den Bidschirmschoner light-locker.

Wenn man light-locker deinstalliert, wird automatisch XScreensaver installiert, was wir dann im folgenden auch brauchen. Apparmor hat das Problem, das wenn der Gastbediener angemeldet wird, immer die Meldung „No session for pid XXX“ erscheint. Vermutlich kann man das auch hinbekommen, indem man den Apparmor richtig konfiguriert, aber das habe ich an der Stelle nicht gemacht.

Nun legen wir eine Datei /etc/lightdm/lightdm.conf mit folgendem Inhalt an:

[SeatDefaults]

autologin-guest=true

Hiermit wird automatisch der Gast-User beim Rechnerstart angemeldet. Wir bleiben noch als Admin angemeldet und konfigurieren nun den Firefox (z.B. Startseite), den Bildschirmschoner und die Energiespareinstellungen von xfce. Die Startkonfiguration die jedesmal nach der Anmeldung für den Gast-Benutzer verwendet wird, wird aus /etc/guest-session/skel/ in ein temporäres Profilverzeichnis kopiert. In das /etc/guest-session/skel/ müssen wir nun auch unsere „Wunschkonfiguration“ vom aktuellen Bediener reinkopieren. In meinem Beispiel wären das:

.xscreensaver -> Konfiguration vom Bildschirmschoner
.mozilla (Ordner) -> Konfiguration vom Firefox Browser
Schreibtisch (Ordner) -> Desktop-Icons
.config/xfce4/xfce-perchannel-xml/xfce4-power-manager.xml -> Energiespareinstellungen – hier habe ich eingestellt das der Rechner nicht in den Energiesparmodus geht.

Dann habe ich im Verzeichnis /etc/guest-session/skel/.config noch einen Ordner autostart angelegt und dort die Datei „firefox.desktop“ vom Schreibtisch reinkopiert, damit der Firefox automatisch gestartet wird. Außerdem habe ich im gleichen Ordner noch eine Datei „xscreensaver.desktop“ mit folgendem Inhalt angelegt:

[Desktop Entry]
Version=1.0
Name=XScreensaver
Comment=Bildschirmschoner
GenericName=Bildschirmschoner
Exec=xscreensaver -nosplash
Terminal=false
X-MultipleArgs=false
Type=Application
Icon=xscreensaver

Hiermit wird dann der Dienst vom XScreensaver nach der Anmeldung gestartet, sonst funktioniert der Bildschirmschoner nicht.

Nun ist Zeit für einen Neustart und schon ist unser Internet-Rechner fertig…

Und ja – mir ist bewusst, das es dann noch einiges an der Konfig zu tun gibt, wenn man es benötigt. Zum Beispiel nicht benötigte Anwendungen ausblenden oder das Startmenü und den Desktop soweit eindampfen, das nur das was tatsächlich benötigt wird angezeigt wird. Für meinen Einsatzzweck hat es aber so gereicht.

 

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.