Dias und Negative preiswert selbst digitalisieren

Reflecta X7Seit ca. 2003 sind meine Fotos alle digital, da ich hier mit der Digitalfotografie begonnen habe. Aber es gibt bei mir noch einen Karten mit vielen Negativstreifen aus der alten Analogzeit.

Ich suchte nach einer Lösung, auch diese Negative zu digitalisieren. Einen externen Dienstleister wollte ich nicht nutzen, da es zu viele Negative sind und ich hier keine 1A Profiqualität benötige. Die Qualität sollte aber schon gut sein.

Mein erster Versuch war mein Canon-Scanner, der über eine Durchlichteinheit verfügt. Die Durchlichteinheit war schnell montiert, das Ergebnis war nach einigen Versuchen auch brauchtbar. Aber: es war extrem langsam. Für ein einzelnes Bild rödelte der Scanner eine gute Minute, dann musste ich den Streifen manuell weiterbewegen. Für einzelne Bilder sicher brauchtbar, aber nicht für die Menge mit der ich mich befassen darf.

Also suchte ich nach einem richtigen Negativscanner. Hier gibt es durchaus sehr gute Geräte, die aber auch einen entsprechenden Preis kosten. Mein Budget hierfür lag aber nur bei ca. 150 EUR. Nach längerem Suchen fand ich einen passablen Kompromiss: Der Reflecta x7-Scan. Das Gerät kann Stand-Alone – also ohne PC betrieben werden. Hinten kommt eine SD-Karte ins Gerät, unten ist ein Handyakku verbaut und oben gibt es ein (nicht gutes, aber ausreichendes) TFT-Display. Die Negative kommen in einen Negativhalten, der mit Magneten geschlossen wird. Es sind halter für normalen Kleinbildfilm, für gerahmte Dias, für 110er Kassettenfilme und für 126 Kassettenfilme dabei. Somit ist alles abgedeckt, was an anlogen Material bei mir vorhanden ist. Lediglich 6cm Rollfilm kann man so nicht verarbeiten. Aber da ich hier nur 3 Filme habe, ist das erstmal nicht das KO-Kriterium. Die Bilder werden mit einer Auflösung von 4416×2944 Pixeln digitalisiert, was also ca. 13 MegaPixels entspricht.

PICT0012Hochkantfotos müssen manuell gedreht werden. Die Farben sind etwas flau, sehen aber nach geringfügiger Nachbearbeitung besser aus, als auf den teilweise noch vorliegenden Originalabzügen. Die Schärfe ist meist vergleichbar mit den Abzügen. Bei schmutzigen Filmen sieht man natürlich den Dreck auf dem Film – hier muss man entweder vorher den Negativstreifen vorsichtig reinigen, oder nachträglich in der Bildbearbeitung Kratzer und Staub entfernen.

Das Biespielfoto rechts wurde mit dem Scanner digitalisiert und außer der Drehung wurde daran nichts verändert oder nachbearbeitet.

Auf der mitgelieferten CD ist neben dem Handbuch auch eine Bildbearbeitungs-Software von ArcSoft dabei. Da ich aber lieber das kostenfreie GIMP verwende, kann ich hierzu nichts sagen. Das ist eben der Vorteil von diesem Scanner: er ist plattformunabhängig.

Fazit: Wer preiswert Negative und Dias digitalisieren darf, für den ist dieser Scanner eine gute Lösung. Es muss aber klar sein, das es keine Profi-Lösung ist und das man mit mehr Geld auch noch bessere Ergebnisse erzielen kann. Ich bin mit dem Resultat aber sehr zufrieden.

1 Kommentar

  1. Ana

    Ich habe selber schon seit 9 Jahren einen kleineren Coolscan – von den eingescannten Negativen bin ich immer wieder angetan. Eigentlich ist das schade, dass sich Nikon von diesem Segment verabschiedet hat.

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