E-Mail „Final Reminder – Expiration Offer“ für eine Domain erhalten – was ist das?

Für meine Domain mit der Endung „.space“ habe ich kürzlich die untenstehende Mail erhalten. Auf den ersten, flüchtigen Blick hat es für mich fast so ausgesehen, als ob ich meine Domain für 86 USD verlängern lassen müsse. Als ich dann aber den Text genauer gelesen habe, stellte ich fest, das es ein „Angebot“ für SEO (Suchmaschinenoptimierung) sei und keine Rechnung.

Also – wer auch solche Mails bekommt: Löschtaste betätigen! Mehr ist so ein komisches Angebot nicht wert.

Erfahrungsbericht: Zahlungzensur bei Paypal – unglaublich…

Am 01. Januar 2017 fand ich auf der Internetseite vom Weltenbummler Michael Fleck eine DVD die mich interessierte. Ihr Titel „Auf nach Cuba“. Da ich die unbedingt haben wollte, bestellte ich die und zahlte wie nicht selten schnell und bequem mit Paypal. Bisher hatte ich damit nie Probleme – der Betrag wird einige Tage nach der Zahlung vom Girokonto abgebucht und gut ist.

Diesmal war es anders. Sofort nachdem ich in Paypal auf den Bezahlen-Button geklickt habe, kam eine Meldung, das meine Zahlung aus Sicherheitsgründen überprüft werden müsse. Noch dachte ich an nichts böses. Was dann aber folgte, war irgendwie weniger lustig. Erstmal bekam ich diese Mail:

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Wir brauchen Ihre Hilfe
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Guten Tag, Thomas Weiland!

Aus Sicherheitsgründen werden die Kontoaktivitäten in unserem System
regelmäßig überprüft. Vor Kurzem haben wir bei der Überprüfung Ihres Kontos
ein Problem festgestellt.

PayPal ist verpflichtet, alle weltweit geltenden regulatorischen
Vorschriften einzuhalten. Unter anderem müssen wir sicherstellen, dass
unsere Kunden, Händler und Partner bei der Nutzung von PayPal alle
gesetzlichen Vorschriften beachten.

Zur Sicherstellung der gesetzlich zulässigen Nutzung Ihres PayPal-Kontos
brauchen wir von Ihnen Folgendes:

1. Zweck der Zahlung 91204XXXE vom 01 Januar 2017 über €18.00
sowie eine vollständige und ausführliche Beschreibung der Waren oder
Dienstleistungen, die Sie kaufen wollten. Bitte erklären Sie uns auch die
folgende Nachricht in den Transaktionsdetails „Auf nach Cuba.“

Diese Informationen können Sie uns in Ihrem PayPal-Konto unter
„Konfliktlösungen“ zur Verfügung stellen. Klicken Sie dazu in der Spalte
„Aktion“ auf „Klären“ und folgen Sie den Anweisungen.

Sollten wir bis zum 17 Januar 2017 nichts von Ihnen hören, müssen wir Ihr
Konto einschränken, bis das Problem gelöst ist.

Wir bitten um eine zeitnahe Rückmeldung. Für eventuelle Unannehmlichkeiten
möchten wir uns entschuldigen.

Viele Grüße
Ann
Ihr Team von PayPal

Daraufhin loggte ich mich etwas verunsichert in Paypal ein. Dort kam dann gleich der Hinweis, das ich mit unerlaubten Waren handeln würde, und Paypal wolle mich und meine Handelsaktivitäten näher kennenlernen und ich müsse nun begründen, was ich da eingekauft habe. Ich fange an, mich wie ein Schwerverbrecher vorzukommen. Ich habe gegen Handelsbeschränkungen verstossen, illegale Güter gekauft. Ohje. Ich fühle mich schlecht.

Na toll – was war passiert? Scheinbar existieren seit den 1960er Jahre in den USA irgendwelche Handelssanktionen gegen Cuba und jede Paypal-Zahlung die den Begriff „Cuba“ oder „Kuba“ beinhaltet wird wohl separat behandelt und geprüft.

Irgendwie erinnert mich das ganze an die Selektorenliste in der BND-NSA-Affäre. Da werden also alle Zahlungen im Hintergrund vollautomatisch und ohne Hirn gegen irgendwelche Prüflisten laufen lassen. Was passiert, wenn ich da jetzt „Atomwaffen“ in den Verwendungszweck schreibe? Kommt dann gleich ein S.W.A.T.-Team zu mir nach Hause, oder sehe ich einfach zu viele schlechte Filme.

Ich beschließe, einfach einen Screenshot des gekauften Artikels hochzuladen. Einen Tag später war mein Konto wieder freigeschaltet.

Was bleibt, ist aber ein sehr fader Beigeschmack, der mich dazu bewegt, künftig wenn irgendwie möglich kein Paypal mehr zu nutzen. Insgesamt werde ich dadurch jetzt auch meine Einstellung zur Nutzung von Diensten mit Sitz in den USA grundlegend überdenken.

Wer jetzt sagt „Aber ich habe doch nichts zu verbergen“ sollte an der Stelle mal mit diesem gedankenlosen Spruch aufhören und darüber nachdenken, wie schnell man durch seltsame, weltfremde und unverständliche Automatismen in Generalverdacht kommen kann und welche Konsequenzen sowas, wenn es dumm läuft haben kann.

Ich sage nur: keine Macht den Schlapphüten (Geheimdiensten), keine Macht totalitären Staaten und Firmen die diese unterstützen.

An dieser Stelle übrigens noch herzlichen Dank an Michael Fleck, den ich auch über das Chaos mit Paypal informiert habe. Er stand mit mir in sehr freundlichem Mailkontakt und konnte das ganze genauso wenig fassen und verstehen wie ich.

Piwik 3.0 aktualisiert Charts seit Update nicht mehr

Für die Analyse von Webseiten-Zugriffen gibt es ein super-tolles, kostenloses Tool: Piwik. Kurz vor Weihnachten ist hier die neue Version Piwik 3.0.0 erschienen und ich musste natürlich sofort updaten. Das Update klappte scheinbar reibungslos und die neue Oberfläche gefällt mir von der Optik her. Also alles gut? Leider nein! Am nächsten Tag stellte ich fest, das zwar noch Zugriffe auf meine Seiten protokolliert wurden, aber die ganzen Charts die das grafisch anzeigten, seit dem Update nicht mehr aktualisiert wurden. Für die (relativ einfache) Lösung musste ich etwas länger suchen.

Zunächst habe ich manuell den Befehl ./piwik/console core:archive  eingegeben. Dieser sollte eigentlich die Charts aktualisieren und hat das bisher auch immer zuverlässig gemacht.

Aber nun kommt nur noch die Fehlermeldung, das mein Webserver PHP 5.4 nutzt, was nicht mehr unterstützt wird. Stimmt aber nur teilweise: Mein Webserver wird mit Plesk verwaltet und ich kann pro Webspace wählen, welche PHP-Version genutzt werden soll. Für Piwik nutze ich so PHP 7.1. Aber wenn nun cron den Befehl console core:archive aufruft, wird die Standard PHP-Version des Betriebssystems genutzt – und das ist das alte PHP 5.4.

Die Lösung ist nun, das man console mit einer neueren PHP-Version startet. Bei meinem Server mit Plesk liegen die einzelnen PHP-Versionen unter /opt/plesk/php

Der Befehl in cron muss also so aussehen:

/opt/plesk/php/7.1/bin/php /var/www/vhosts/xyz/piwik/console core:archive > /dev/null 2>&1

Und schon werden auch die Grafiken wieder aktualisiert…

Gibt man den neuen Befehl (ohne das > /dev/null 2>&1) in der SSH-Shell ein, sieht es auch schon deutlich besser aus:

Erfahrungbericht Strato vServer – Finger weg!

Seit 3 Monaten hatte ich nun einen Linux-vServer „Level 2“ bei Strato. 4 vCPUs, 8 GB RAM und 500 GB Plattenplatz sowie eine vernünftige und vollwertige Plesk-Lizenz waren gute Argumente dafür. Außerdem war mir als Severstandort Deutschland wichtig. Die Bestellung und der Umzug der Daten auf den neuen vServer erfolgte sehr problemlos und schnell. Alles kein Problem.

Aber dann, einen Monat nach Bestellung ging es an: Plesk Panel nicht mehr erreichbar, Webseiten bringen Fehler 500 oder gehen gar nicht mehr. Ich habe nichts anspruchvolles drauf – ein bisschen WordPress und ein paar Webanwendungen, aber nichts was extreme Last verursachen würde.

Also habe ich mir das mal genauer angesehen. Ein „top“ an der SSH-Shell brachte eine Serverlast zu Tage, die zwischen 5.0 und 35 lag. Also viel zu viel. Von meinem alten Anbieter war ich hier nie mehr als 2.0 bis 3.0 gewohnt, meistens sogar 0.x.

Auf eine meiner vielen Support-Mails an Strato bekam ich dann folgende Antwort:

Sie berichteten von einer Zeitweise höheren Load auf dem Virtuellen Server.

Leider ist dies bei Virtuellen Servern Systemisch bedingt. Bei Virtuellen Servern ist die Last auf den Virtuellen Servern auch immer vom „Wohlwollen“ der Nachbarn mit abhängig.

Aktuell ist Ihr Server erreichbar, die Load Average liegt mit „12.82, 9.83, 8.83“ im akzeptablen Bereich.

Sollten Ihre Projekte eine stabiel gleichbleibende Performance erfordern möchte ich Ihnen den Wechsel auf einen Physischen Server empfehlen.

Also wird eine Load von 12 vom Support als normal angesehen. Das sehe ich aber anders. Und wegen ein bisschen WordPress mag ich mir keinen dedizierten Server anschaffen, zumal das ganze vor Strato einwandfrei auf einem vServer gelaufen ist.

Was tun? Nun – ich habe jetzt einen vServer bei Webtropia und die Daten dahin gezogen. Danke der schlechten Performance des Strato-Servers hat das ganze 13 Stunden(!) gedauert. Und jetzt läuft alles stabil und mit gewohnter Geschwindigkeit. Vorher war ich schonmal bei Webtropia, habe aber dann zu Strato gewechselt, da Webtropia einige unschöne Ausfälle hatte. Aber mir scheint als wäre das jetzt im Griff. Aktuelle Load am Webtropia-vServer: 0.10

Hier noch mein Screenshot des Schreckens. Bei der Last von 32.98 ging auf dem Server nichts mehr wirklich. Die genauere Analyse hat ergeben, das der Engpass im Bereich Storage liegt, ich denke mal, das hier am vServer-Host zu viele IO-Zugriffe erfolgen. Aber der Hotline konnte ich das leider nicht erklären.

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Puh… Bin ich froh, das dieses Kapitel jetzt endlich erledigt ist…

Info: Dieser Erfahrungsbericht basiert auf Erfahrungen vom August 2016. Kann sein, das die Server mitlerweile super gut sind, kann aber auch sein, das die Situation noch die gleiche ist. Das kann ich leider, mangels Testserver nicht beurteilen.

FritzBox – was tun bei instabiler DSL-Verbindung

Da habe ich nun von der Telekom das Produkt „Pseudo-DSL 16000“. Warum Pseudo? Nun – weil ich 16.000 zahle und aus der Leitung kommen 12.000. Aber damit nicht genug: Wenn man sich mit der immensen Leitungsgeschwindigkeit im DSL-Ghetto dann mal ein Streaming-Video anschaut kommt schnell die Ernüchterung: warum bricht das alle 20 Minuten ab. Warum läuft Internet-Radio nie stabil?

Beim Blick in die Logs meiner Fritz-Box ist mir dann aufgefallen, das sehr häufig Einträge wie der rot markierte drinnen standen. „DSL antwortet nicht (Keine DSL-Synchronisierung). Wenn man zu dem Zeitpunkt auf die Fritz Box schaut, blinkt dann auch das DSL-Licht.

DSL-Sync

Die Abhilfe ist relativ einfach. Man geht an seiner FritzBox auf den Bereich „Internet / DSL-Informationen / Störsicherheit“. Hier kann man dann die Regler vorsichtig etwas nach links bewegen. Hier ist ausprobieren angesagt. Das Motto sollte lauten: so weit nach links wie nötig, so weit rechts wie möglich. Je weiter die Regler stehen, desto langsamer wird die (meist ohnehin schon langsame) DSL-Verbindung. Aber lieber eine stabile Verbindung mit DSL 9000 als eine instabile mit DSL 12.000.

Mit den gezeigten Einstellungen läuft meine Box mit Werten zwischen 9.500 und 10.000 relativ stabil. Wenn ich alles auf „maximale Performance“ stelle, habe ich zwar DSL 12.000 aber dafür auch 10 und mehr Unterbrechungen am Tag, was so nicht geht.

DSL-Sync2

Unabhängig davon bleibt aber meine Forderung: Liebe Telekom – ihr müsst leistungsabhängig bezahlt werden. Ich Zahle ca. 35 EUR für einen DSL 16.000 Anschluß und bekomme nur DSL 10.000 stabil geliefert. Also stehen euch eigentlich nur 21,88 EUR zu. Genau das wird dann auch der Grund sein, warum ich mich sobald der Glasfaserausbau im Ort fertig ist von euch verabschiede und zu M-Net wechseln werde. Danke – die Zeit mit euch war nicht immer schön…

Serverumzug / Domainumzug vorbereiten – TTL-Werte von Domains!

Mein letzter Domainumzug hat dazu geführt, das meine Seite und ich per Mail für fast einen Tag nicht mehr erreichbar waren. Das sollte diesmal besser werden. Was tun?

Damit die Namensauflösung, d.h. die Zuordnung von Domainnamen zu IP-Adressen performant funktioniert, werden diese Werte gecached, also zwischengespeichert. wie lange dies erfolgt, legt der TTL-Wert fest, der bei den meisten Domains auf 24 Stunden gesetzt ist. Ein bis zwei Tage einem Serverumzug macht es Sinn, diesen Wert auf 15-30 Minuten zu setzen, damit hier nach erfolgreichem kopieren der Daten die auf die neue IP-Adresse geänderten Domaineinstellungen zeitnah greifen. Ansonsten hat man die nächsten 24 Stunden mit Problemen zu rechnen. Ich habe den Wert auf 1800 Sekunden gesetzt, also 30 Minuten. Der Ausfall war dadurch sehr gering.

Nachdem auf dem neuen Server alle lief, habe ich den ursprünglichen TTL-Wert wieder eingestellt.

Welcher TTL-Wert bei einer Domain hinterlegt ist, kann man sehr schön mit den DNS-Abfragetool von Heise anzeigen lassen. Einfach „Hostname to Address Lookup“ auswählen und den Domainnamen eingeben. Es gibt zwei Abfragen, eine für IPv4 und eine für IPv6 (falls das in Verwendung ist). Der TTL ist im Zweifelsfall bei beiden IP-Versionen anzupassen!

ip-ttl