FHEM – Einbinden einer bestehenden Max! Heizungssteuerung

Seit langem verwende ich ein Heizungssteuerungssystem Max! von ELV. Damit bin ich fast zufrieden. Fast deswegen, weil alles gut ist, außer die iPhone-App. Die macht nicht immer das was sie soll und dieses Desaster war auch der Hauptgrund, warum ich mich jetzt überhaupt mit FHEM befasse. Vorhanden sind bei mir zahlreiche Heizungsthermostate, ein Fensterschalter, mehrere Wandthermostate und ein (nicht genutzter) Eco-Taster sowie ein Steckdosenadapter für die Umwälzpumpe des Warmwassers.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten um die Komponenten an FHEM anzubinden. Entweder man lernt alles direkt an FHEM an. Hierzu benötigt man einen Funkadapter, einen sogenannten CUL, der per USB mit dem Raspberry verbunden wird. Alternativ hierzu kann man den vorhandenen Max Cube einbinden. Da ich einen Max Cube habe, werde ich diesen Weg wählen. Zunächst habe ich mit der Original-Software von ELV den Internet-Portal-Zugriff deaktiviert. Wenn man dann oben auf Logout geht, sieht man die IP-Adresse vom Max Cube. Die brauchen wir später noch. Jetzt kann die Max! Anwendung beendet werden.

Nun gibt man im FHEM diesen Befehl ein (IP-Adresse muss natürlich durch die eigene ersetzt werden):

define maxlan MAXLAN 192.168.178.21

Und schon werden die am Cube angelernten Komponenten im FHEM angezeigt. Nur leider mit komischen Namen.

 

FHEM – Einbinden von Fritz DECT 200 / AVM

Das ist nun der erste Teil meiner kleinen Miniserie über FHEM. Ziel ist es, das ich alles was bei mir im Haus an Systemen kreucht und fleucht, mit FHEM steuere. Den Anfang macht eine einzelne Steckdose, über die meine Terassenbeleuchtung gesteuert wird. Da ich von der Reichweite her bei dieser Steckdose mit Homematic-Komponenten nicht mehr weitergekommen bin, verwendete ich hier eine Fritz DECT 200 Steckdose, die per DECT an meine FritzBox und den DECT-Repeater der Box gekoppelt ist. Bevor jetzt der Aufschrei kommt: ja, die DECT 200 ist nur für den Innenbereich. Ich habe die aber in einem wassergeschützten Schacht montiert, also besteht hier keine Gefahr. Ansonsten gibt es für den Einsatz im freien ja auch noch die DECT 210, für die diese Anleitung genau so gilt.

Für die Nutzung der AVM-Hausautomationsgeräte gibt es das FHEM-Modul FBAHAHTTP. Das ist der Nachfolger des Moduls FBAHA, welches nur mit alter FritzBox-Firmware funktioniert. Die ausführliche Befehlsreferenz findet man im FHEM-Wiki.

Um das Modul einzurichten, hilft der Befehl

define fritzbox FBAHAHTTP fritz.box

weiter. Zwei Dinge muss man an dieser Stelle eventuell anpassen: fritzbox ist der Name, mit dem das Modul später in FHEM erscheint und fritz.box ist die Adresse der FritzBox.

Mit „set password <passwort>“ muss man nun noch das Passwort der FritzBox hinterlegen, und beim Attribut fritzbox-user muss ein FritzBox-Nutzer hinterlegt werden, der die Berechtigung hat, Hausautomation an der FritzBox zu nutzen. Die Funktion „Hausautomation“ muss logischerweiße in der FritzBox auch aktiviert werden. Mit „set refreshstate“ werden nun die Daten abgeholt und die entsprechenden Devices vom Typ FBDECT automatisch angelegt. Bei mir wurden nun zwei Devices erkannt: Meine schaltbare Steckdose und mein DECT-Repeater.

Bei mir hat es etwas gedauert, dann wurde das hier angezeigt:

Das erste FBDECT-Gerät ist die schaltbare DECT-Steckdose. Die Lampe rechts zeigt, das sie aktuell an ist. Mit on/off kann man sie ein- oder ausschalten. Aktuell steuere ich die aber noch per Zeitsteuerung in der FritzBox – das werde ich später mal auf FHEM übertragen. Ist aber kein Problem – diese Koexistenz der Geräte ist unterstützt.

Das zweite Gerät, das nur die Fragezeichen anzeigt ist mein DECT-Repeater. Mit dem kann man immerhin den Temperatursensor auslesen.

Bei der Steckdose sieht das ganze schon stwas umfangreicher aus. Hier werden u.a. die Temperatur und der aktuelle Stromverbrauch des angeschlossenen Gerätes (hier 3,21 W) angezeigt.

 

 

FHEM Hausautomation auf Raspberry Pi installieren

Hausautomation ist ein Wort, das man immer häufiger hört. In dem Zusammenhang gibt es bei mir zu Hause ein echtes Durcheinander:

  • Heizungssteuerung mit dem System „Max“ von ELV
  • Rauchmelder, Bewegungsmelder, Lichtsteuerung und Wasseralarm im Keller mit „Homematic / Homematic IP“ von ELV
  • Steckdosen im Außenbereich mit den schaltbaren DECT-Steckdosen von AVM (über FritzBox)

Das unschöne daran: jeder Hersteller braut von der Oberfläche her sein eigenes Süppchen und jeder bringt eine unterschiedlich gute oder schlechte App für das iPhone mit. Gerade bei der Heizungssteuerung nervt mich die App nur noch.

Was ich die nächsten Monate über tun möchte: Die unterschiedlichen Systeme zu einem einheitlichen System zusammenfassen, das per Handy gesteuert werden kann. Hier fiel meine Wahl auf das kostenlos erhältliche FHEM. Dieses sollte auf einem vorhandenen Raspberry Pi 2 installiert werden. Benötigt wird ein Raspberry Pi mit funktionsfähigem und aktuellen Raspbian.

Am einfachsten geht das mit Hilfe der apt-get Pakete auf debian.fhem.de

Zunächst muss man den GPG-Key vom Repository importieren:

wget -qO - http://debian.fhem.de/archive.key | apt-key add -

Dann editiert man die Datei /etc/apt/sources.list mit einem Editor wie z.B. nano und fügt diese Zeile ein:

deb http://debian.fhem.de/nightly/ /

Nun holt man sich aktuelle Paketlisten ab:

apt-get update

Und zu guter letzt installiert man FHEM:

apt-get install fhem

Nun etwas Geduld. Wenn die Installation fertig ist, kann man über http://raspberrypi:8083/fhem die Oberfläche von FHEM aufrufen. Wobei man hier natürlich statt raspberrypi die Adresse des Raspberrys angeben muss.

Sollte hier nichts angezeigt werden, sollte man mit /etc/init.d/fhem stop und /etc/init.d/fhem start den FHEM einfach mal beenden und wieder starten. Bei zwei Installationen die ich machte, war dies jeweils erforderlich.

Obwohl wir den FHEM nun aus den aktuellen Paketquellen installiert haben, ist nun zunächst ein Update von FHEM erforderlich. Hierzu tippt man oben in die FHEM-Befehlszeile einfach „update“ ein und bestätigt mit Return. Nun werden die einzelnen FHEM-Module aktualisiert, was auch einige Minuten dauern kann.

Wird nun Global global UPDATE in der Ausgabe angezeigt, ist das Update fertig. Glückwunsch – jetzt haben wir einen funktionsfähigen FHEM-Server im Netz. Was man damit tut bzw. wie man die vorhandenen Geräte in obigen Systemen daran anbindet, das werde ich in den folgenden Wochen hier im Blog in mehreren Beiträgen schreiben.

Produkttest: Max ELV Heizungssteuerung

Es ist nun 3 Jahre her, als ich zum Entschluss kam: eine vernünftige Heizungssteuerung muss her. Öfters waren wir mal unterwegs und es wäre schön gewesen, wenn man einzelne Heizkörper im Haus von Unterwegs hätte steuern können. Unsere Wahl fiel auf das Max-Heizungssteuerungs-System von ELV. Nach der nun schon längeren Betriebszeit, kann ich das ganze nun auch gut beurteilen.

Produktfoto von ELV

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme gestaltete sich einfach: zunächst wurde der Max Cube in Betrieb genommen. Das ist quasi das Element, welches das Funksystem mit dem LAN verbindet. Die Konfiguration gestaltete sich mit der mitgelieferten Java-Software, die im Browser läuft sehr einfach. Das ganze funktioniert unter Windows und am Mac und mit etwas Bastelei wohl auch unter Linux (nicht selbst getestet). Am Cube werden nun die Thermostate, Wandthermostate, Eco-Schalter und Türkontakte sowie Funksteckdosen angelernt. Auch das genau wie der Tausch der Thermostate: danke verständlicher Anleitung problemlos.

Funktion

Zur Nutzung am lokalen Rechner kann man die schon erwähnte Konfigurationssoftware verwenden. Die Java-Software startet am Rechner und mit dem Webbrowser greift man dann darauf zu. Warum der Cube nicht direkt ein Webinterface bereitstellt, ist mir schleierhaft. Steuerbefehle werden hier meist in wenigen Sekunden umgesetzt. Nun kann man über die Software auch das Max Portal freischalten. Hier kann man dann über eine Webseite beim Hersteller oder per Smartphone-App die Heizung verwalten. Steuerbefehle dauern hier bis zu 3 Minuten. Wenn… naja… wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. Es gab Zeiten, da hatte das Portal regelmäßig Ausfälle und auch heute hakt es ab und an nochmal. Die Hotline ist dann leider keine große Hilfe. Die SmartPhone-App ist nicht so toll – da aber weiter unten mehr dazu.

Komponenten

Zur sinnvollen Nutzung braucht man einen Cube als Schnittstelle zum LAN, dann mindestens 1 Heizkörperthermostat. Wenn man mehrere Heizkörper in einem Raum hat, geht das auch, dann braucht man logischerweise pro Heizkörper ein Thermostat. In größeren Räumen wie Wohnzimmer habe ich dann noch einen Türsensor, der beim Lüften die Heizkörper abschaltet. Und damit man nicht immer zum einstellen der Temperatur aufstehen muss, empfiehlt sich ein Wandthermostat. Mit dem Eco-Taster kann man alle Heizkörper beim Verlassen des Hauses in den Eco-Modus bringen. Den hätte ich mir sparen können, da das ganze schöne über die Zeitsteuerung geht – zumindest wenn man wie ich einen ziemlich regelmäßigen Tagesablauf hat. Dann gibt es noch eine schaltbare Steckdose. Damit kann man sowohl Elektroheizungen steuern, als auch eine Zeitschaltung für die Umwälzpumpe für das Warmwasser realisieren. Letzteres habe ich damit gemacht.

Der Cube steht bei mir im 1. OG, von wo aus alle Thermostate im 2. OG, 1. OG und EG sowie die Steckdose im Keller problemlos erreicht werden können. Soll heißen: Die Funkreichweite ist in Ordnung.

Oberfläche der Max-Anwendung

Schwachstellen

Leider hat das System einige Schwachstellen. Zunächst mal verstehe ich nach wie vor nicht, warum der Cube kein Webinterface hat, sondern über den Weg eines Portals und einer lokalen Java-App genutzt werden muss. Über die Java-Anwendung kommen auch Firmware-Updates für den Cube, womit ich mir mal einen Cube zerstört habe. Eine gleichzeitige Nutzung von lokaler Java-Anwendung und Steuerung übers Portal ist nicht möglich. Bei Räumen ohne Raumthermostat wird leider nicht die aktuelle Raumtemperatur angezeigt, obwohl das Heizungsthermostat die ja kennen müsste.

Die iOS-App ist einfach nur schlecht. Ab und an passiert beim Ändern der Temperatur einfach nichts. In einer alten App-Version hat man die Temperatur eingestellt und musste auf „Senden“ klicken. In der neuen Version stellt man nur noch die Temperatur ein, und muss hoffen das irgendwas passiert. Oft klappt es, aber leider nicht immer. Wir haben es uns nun schon angewöhnt, nach 5 Minuten nochmal in die App zu schauen. Echt umständlich. Am iPad sieht die App zwar gut aus, aber wenn man wie ich die Rotationssperre des iPads auf Querformat hat, wird die App aus unverständlichen Gründen immer im Hochformat angezeigt. Und dann das schlimmste: die iPhone-App ist keine 64 Bit-App. Damit wird, sobald die Max-App geladen wird, das 32 Bit-Subsystem am iPhone geladen und somit das ganze Gerät unnötig verlangsamt. Seit iOS 10 bekommt man hier sogar einen Hinweis. Diesen Mangel könnte der Hersteller (wenn er denn wollte) leicht beheben, da die gleiche App aus dem Hause eq3 (das ist der Hersteller des Systems) sehr wohl 64 Bit unterstützt, aber die von ELV leider nicht.

Max ELV verlangsamt das iPhone

Und dann gibt es noch ein Problem: 2 Heizkörperthermostate haben in der letzten Zeit den Geist aufgegeben. Beide mit dem gleichen Fehler: Dreht man am Drehrad, sprang die Temperatur unkontrollierbar hoch und runter, anstatt einfach in 0,5 Grad Schritten in die passende Richtung zu gehen.

Fazit

Mein Fazit ist durchwachsen. Die Hardware ist ganz ok für den Preis, der Cube und die Steuerung des Cubes ist nicht mehr zeitgemäß, genauso wie das Konzept eines zentralen Portals. Die Software und insbesondere die iOS App sind absolut schlecht.

Insgesamt werde ich das System zwar behalten, aber ich werde mich mal damit befassen, ob ich das ganz per Raspberry Pi und FHEM steuern kann. Das es grundsätzlich geht habe ich im entsprechenden Forum schon gelesen. Dann fliegt halt der Cube, aber der Rest kann bleiben. Und dann ist man auch von einem zentralen Portalbetreiber unabhängig.

Nachtrag 07.01.2017

Seit wenigen Tagen gibt es ein Update der iOS-App. Jetzt unterstützt die wenigstens mal den zeitgemäßen 64-Bit-Modus. Das aber auch erst, nachdem im ELV-Forum unzählige Anwender nachgefragt haben. An sich hat die App bei meinen wenigen Versuchen in den letzten Tagen funktioniert. Aber ob das auch zuverlässig ist, werde ich erst in ein paar Wochen beurteile können.