Vernünftiges Bildanzeige-Programm für alle Betriebssysteme – XnView MP

Unter Windows verwendete ich früher immer IrfanView, um meine Fotos anzuzeigen. Das war praktisch, da man viel mit der Tastatur machen konnte und wenn man z.B. im Ordner der Urlaubsfotos eines geöffnet hatte, konnte man mit den Pfeiltasten durchblättern. Außerdem konnte man auch einfachste Bearbeitungen wie Bilder drehen direkt aus dem Programm erledigen.

Jetzt bin ich zum Mac gewechselt und habe auch einen Rechner mit Linux hier. Gerade am Mac nervt mich die Anwendung „Vorschau“: das blättern durch viele Bilder in einem Ordner ist nervig. Und bearbeiten kann man damit schonmal gar nichts. Eine sinnvolle Lösung musste her.

Am Ende bin ich dann bei XnView MP gelandet. Das Programm kann man hier kostenlos herunterladen. Kostenlos aber nur für private Nutzung. Für gewerbliche Nutzer fallen bis zu 26 EUR pro Lizenz an, gestaffelt nach gekaufter Lizenzanzahl. Die Anwendung gibt es für den Mac, für Linux und auch für Windows.

Über die Icons oben kann man die wichtigsten Dinge wie Baumansicht, rein- und rauszoomen, zum nächsten bzw. vorherigen Bild wechseln oder Bilder drehen durchführen. Das alles funktioniert sehr schnell und XnView kommt mit über 500 Grafikformaten klar, wobei ich eigentlich nur eine handvoll benötige.

Die Einstellungen sind anfangs für mich nicht ganz optimal gewählt. So startet das Programm beim Start über eine Datei immer im Vollbild, was mich extrem stört. Aber das und einige andere Kleinigkeiten kann man in den sehr umfangreichen Einstellungen ändern. Ein Blick in die Einstellungen lohnt sich, bevor man das Programm frustriert entfernt, da man hier sehr viele Dinge individuell anpassen kann.

xnview-screenshot

Fotos automatisch zusammenfügen mit Autostitch

Ich musste einige große Zeitungsartikel einscannen, hatte aber nur meinen kleinen DIN A4 Scanner zu Hause zur Verfügung. Also blieb nichts anderes übrig, als 2-3 Scans pro Seite zu machen und diese zusammenzusetzen.

Nach 2 Seiten gab ich aber das manuelle zusammenfügen mit Photoshop bzw. GIMP entnervt auf. Irgendwas automatisches muss her, was möglichst am Mac läuft und nichts kostet.

Fündig wurde ich bei Autostitch, das man hier herunterladen kann.

Die Programmoberfläche ist sehr simpel gehalten.

Mit dem ersten Icon wählt man die zusammengehörenden Fotos aus, dann drückt man auf das mittlere Symbol und daraufhin wird auf dem Desktop eine Grafik mit dem Ergebnis gespeichert.

Das ganze funktionierte sehr gut. Einziges Manko: Es ist eigentlich zum zusammenfügen von Fotos gedacht, die mit einem drehbaren Stativ fotografiert wurden. Die Bilder vom Scanner sind absolut plan, darum ergibt sich im Randbereich eine Verzerrung. Für meinen Zweck war das Resultat aber mehr als ausreichend.

Demnächst werde ich mal versuchen, mit dem Stativ einige Fotos zu machen und diese dann zusammenzusetzen.

autostitch-screen

Dias und Negative preiswert selbst digitalisieren

Reflecta X7Seit ca. 2003 sind meine Fotos alle digital, da ich hier mit der Digitalfotografie begonnen habe. Aber es gibt bei mir noch einen Karten mit vielen Negativstreifen aus der alten Analogzeit.

Ich suchte nach einer Lösung, auch diese Negative zu digitalisieren. Einen externen Dienstleister wollte ich nicht nutzen, da es zu viele Negative sind und ich hier keine 1A Profiqualität benötige. Die Qualität sollte aber schon gut sein.

Mein erster Versuch war mein Canon-Scanner, der über eine Durchlichteinheit verfügt. Die Durchlichteinheit war schnell montiert, das Ergebnis war nach einigen Versuchen auch brauchtbar. Aber: es war extrem langsam. Für ein einzelnes Bild rödelte der Scanner eine gute Minute, dann musste ich den Streifen manuell weiterbewegen. Für einzelne Bilder sicher brauchtbar, aber nicht für die Menge mit der ich mich befassen darf.

Also suchte ich nach einem richtigen Negativscanner. Hier gibt es durchaus sehr gute Geräte, die aber auch einen entsprechenden Preis kosten. Mein Budget hierfür lag aber nur bei ca. 150 EUR. Nach längerem Suchen fand ich einen passablen Kompromiss: Der Reflecta x7-Scan. Das Gerät kann Stand-Alone – also ohne PC betrieben werden. Hinten kommt eine SD-Karte ins Gerät, unten ist ein Handyakku verbaut und oben gibt es ein (nicht gutes, aber ausreichendes) TFT-Display. Die Negative kommen in einen Negativhalten, der mit Magneten geschlossen wird. Es sind halter für normalen Kleinbildfilm, für gerahmte Dias, für 110er Kassettenfilme und für 126 Kassettenfilme dabei. Somit ist alles abgedeckt, was an anlogen Material bei mir vorhanden ist. Lediglich 6cm Rollfilm kann man so nicht verarbeiten. Aber da ich hier nur 3 Filme habe, ist das erstmal nicht das KO-Kriterium. Die Bilder werden mit einer Auflösung von 4416×2944 Pixeln digitalisiert, was also ca. 13 MegaPixels entspricht.

PICT0012Hochkantfotos müssen manuell gedreht werden. Die Farben sind etwas flau, sehen aber nach geringfügiger Nachbearbeitung besser aus, als auf den teilweise noch vorliegenden Originalabzügen. Die Schärfe ist meist vergleichbar mit den Abzügen. Bei schmutzigen Filmen sieht man natürlich den Dreck auf dem Film – hier muss man entweder vorher den Negativstreifen vorsichtig reinigen, oder nachträglich in der Bildbearbeitung Kratzer und Staub entfernen.

Das Biespielfoto rechts wurde mit dem Scanner digitalisiert und außer der Drehung wurde daran nichts verändert oder nachbearbeitet.

Auf der mitgelieferten CD ist neben dem Handbuch auch eine Bildbearbeitungs-Software von ArcSoft dabei. Da ich aber lieber das kostenfreie GIMP verwende, kann ich hierzu nichts sagen. Das ist eben der Vorteil von diesem Scanner: er ist plattformunabhängig.

Fazit: Wer preiswert Negative und Dias digitalisieren darf, für den ist dieser Scanner eine gute Lösung. Es muss aber klar sein, das es keine Profi-Lösung ist und das man mit mehr Geld auch noch bessere Ergebnisse erzielen kann. Ich bin mit dem Resultat aber sehr zufrieden.