Quick and Dirty: Router mit Zeitschaltuhr…

Es gibt Lösungen, die sollte man einfach nicht machen. Aber man macht sie trotzdem, weils nicht anders geht.

Aktuelles Beispiel ist ein Cisco-VPN-Router, der ziemlich zuverlässig einmal täglich die Verbindung verliert. Meine Analyse hat gezeigt, das das immer genau dann auftritt, wenn die Zwangstrennung der vorgeschalteten DSL-Leitung zuschlägt. Eine kurze Leitungsunterbrechung sollte eigentlich bei einem richtig konfigurierten VPN kein Thema sein, zumal das DSL eine feste IP-Adresse hat.

Da der Router aber von einem externen Dienstleister aufgestellt wurde, und wir an die Zugangsdaten nicht rankommen, musste eine andere Lösung gesucht werden.

Das manuelle ziehen des Stromsteckers ist definitiv keine Dauerlösung.

Abhilfe – ganz einfach: im DSL-Router haben wir die Zwangstrennung in das Zeitfenster zwischen 2 und 3 Uhr Nachts gelegt. Eine mechanische Zeitschaltuhr trennt den VPN-Router dann einfach von 4:00 bis 4:15 Uhr vom Strom.

Damit wäre das lästige Thema dann auch erledigt. Mit der Lösung an sich bin ich absolut nicht glücklich, da es extrem unschön ist, aber wie gesagt: besondere Probleme erfordern besondere Maßnahmen.

Zeitschaltuhr

OpenSource: Umfragen erstellen mit LimeSurvey

Wieder mal stand ich vor der Herausforderung eine Umfrage zu erstellen. Diesmal sollte es eine etwas größere Umfrage werden und ich stand schon kurz davor, das mit dem kostenpflichtigen Produkt „SurveyMonkey“ zu tun. Aber halt: Was hat die OpenSource-Szene hier zu bieten?

Schnell bin ich bei LimeSurvey gelandet. Limesurvey kann man auf limesurvey.org herunterladen. Zugegeben: die Oberfläche ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach einer kurzen Einarbeitungszeit ist auch eine komplexere Umfrage schnell realisiert. Für den Umfrageteilnehmer wirkt alles sehr übersichtlich und professionell.

Zur Installation benötigt man einen Webserver mit PHP- und mySQL-Unterstützung. Die Installation selbst ist sehr schnell erledigt.

Für die Installation und das Erstellen von Umfragen gibt es hier eine schöne deutschsprachige Anleitung.

Die Auswertung der fertigen Umfrage erfolgt dann entweder über das integrierte Statistikmodul oder man lädt sich eine Excel-Tabelle herunter und wertet die dann mit Excel (oder LibreOffice) aus.

Hier mal ein Beispiel wie sowas in etwa aussehen kann.

limesurvey-Statistiken

Fazit: Wenn man bereit ist, die Anleitung zu lesen und sich etwas mit LimeSurvey zu befassen, wird man hier recht schnell und kostengünstig an sein Ziel kommen. Toll ist auch, das man Umfragen exportieren und in einer anderen LimeSurvey Installation wieder importieren kann. Und man ist nicht von irgendwelchen Obergrenzen abhängig, d.h. man kann beliebig viele Umfragen mit beliebig vielen Teilnehmern durchführen.

Und da LimeSurvey eines der OpenSource-Projekte ist, die mir am Herzen liegen, helfe ich hier auch im Projekt mit (Bug-Reporting und deutsche Übersetzung).

Raspberry Pi: Neue Schriftarten hinzufügen

Eine Präsentation auf einem Flachbildschirm sollte mit einem günstigen Raspberry Pi gezeigt werden. Die Präsentation wurde unter LibreOffice auf einem Windows-Rechner erstellt und als sie am Raspberry geöffnet wurde, waren die Textumbrüche ziemlich kaputt.

Die weitere Analyse ergab, das hier eine spezielle TTF-Schriftart verwendet wurde. Nun hätten wir natürlich die Präsentation auf eine Standard-Schrift ändern können, aber die andere Lösung erschien sinnvoller: Die Schriftart muss auf den Raspberry.

Das ganze ist relativ simpel: TTF-Datei in den Ordner  /usr/share/fonts  (für alle Benutzer) oder  /home/pi/.fonts  (nur für den Pi-Nutzer) kopieren. Falls erforderlich den Ordner vorher anlegen.

Das nächste Problem waren dann fehlende Standard-Schriftaren wie z.B. Arial. Aber auch hierfür gibts eine einfache Lösung:

apt-get install ms-corefonts-installer

Mit diesem Befehl werden die MS-Windows Standard-Schritarten heruntergeladen und installiert.

Mit fc-list kann man sich an der Kommandozeile alle installierten Schriftarten ausgeben lassen.

Linux: Ubuntu 16.04 ist erschienen

Am 21.04.2016 ist die neue Ubuntu-Version 16.04 „Xenial Xerus“ (gastfreundliches Kap-Borstenhörnchen) erschienen. Diese ist nun wieder eine LTS-Version, die verlängerten Support bis Aptil 2021 bieten wird.

Neu ist unter anderem die Kernel Version 4.4 und zahlreiche aktualisierte Software. Von einer Vorgängerversion kann über die integrierte Update-Funktion problemlos upgedated werden. Das Update habe ich ohne Probleme auf 2 Rechnern durchgeführt.

Gerade für ältere, nicht übermäßig leistungsstarke PCs empfehle ich den Ubuntu-Ableger Lubuntu – auch diesen gibt es in einer aktualisierten Version.

update-to-1604

GiroCode nimmt SEPA, IBAN und BIC den Schrecken

Oh je – ich habe eine Rechnung bekommen und darf schon wieder den endlos langen IBAN und BIC abtippen. Waren das jetzt 3,4 oder 5 Nuller? Die Lösung an sich wäre einfach: Der Rechnungsersteller (also die Firma die die Rechnung verschickt), müsste nur einen QR-Code, den sogenannten GiroCode aufdrucken. Den kann man dann mit seiner Online-Banking App am Smartphone oder Tablet abfotografieren und schon ist die Überweisung ausgefüllt.

Prinzipiell gibt es da zwei Möglichkeiten: Entweder wird alles komplett ausgefüllt, also incl. Betrag und Verwendungszweck, was dann das Rechnungsprogramm der Firma können muss, oder die Firma bringt nur einen einfachen, immer gleichen QR-Code an, der nur die Zahlungsempfängerdaten beinhaltet und man muss als Kunde noch Betrag und Verwendungszweck ergänzen, was aber auch schon ein hoher Komfortgewinn ist.

Auf einem Überweisungsformular kann das ganze dann so aussehen:

Beispiel_Girocode_w580_h294

Da ich neulich einige GiroCodes generieren musste, stellte sich mir die Frage: kann man das wirklich nur mit komischer Windows-Software machen, oder geht das auch plattformübergreifend im Browser? Antwort: ja – es geht.

Hier mein Demo-Generator für die QR-Codes.

Raspberry Pi: Bildschirm-Auflösung ändern

Meistens ist es ganz einfach: Raspberry Pi anschließen, Strom anstecken und schon wird ein Bild am angeschlossenen Bildschirm angezeigt. Meistens erkennt der Raspberry den angeschlossenen Bildschirm und stellt sich auf eine sinnvolle Auflösung ein. Manchmal funktioniert diese Automatik aber nicht richtig, oder der Bildschirm wird erst nach dem Start angeschlossen. Dann macht es Sinn, die Auflösung manuell einzustellen.

Zunächst ermittelt man, welche Auflösungen der Bildschirm unterstützt. Hier helfen diese beiden Befehle weiter:

tvservice -m CEA

tvservice -m DMT

CEA und DMT sind verschiedene Betriebsmodis von HDMI. Meistens ist es eher egal, welchen von beiden man verwendet.

Mit

tvservice -s

kann man sich die aktuelle Auflösung anzeigen lassen.

In der Datei /boot/config.txt kann man nun den Betriebsmodi und die Auflösung fest vorbelegen. Der Eintrag hdmi_group=1 ist für CEA, der Eintrag hdmi_group=2 für DMT. Hier einfach das #-Zeichen vorne in der Zeile entfernen und den Eintrag selbst entsprechend Ändern.

Im Eintrag hdmi_mode=  legt man dann noch die Auflösung fest. Hier sollte man unbedingt sicherstellen, das man etwas einträgt, was der Bildschirm auch kann. Ansonsten kann man das nur per SSH wieder „reparieren“.

Nach einem Neustart wird dann die eben eingestellte Auflösung verwendet.

raspberry-aufl1

Linux-Server absichern: System mit apticron aktuell halten

Auch bei Linux-Servern ist es wichtig, das System aktuell zu halten. Auf Debian-Systemen erleichtert einen hier das optionale Paket „apticron“ die Arbeit ungemein.

Sofern noch nicht erfolgt, kann man es mit

apt-get install apticron

installieren. Die Konfigurationsdatei befindet sich unter /etc/apticron/apticron.conf

In dieser gibt es den Eintrag

EMAIL=“mailadresse@nullserver.irgendwas“

Hier einfach die Mailadresse reinschreiben, an die die Info verschickt werden soll. Theoretisch könnte man Updates auch automatisch installieren lassen, aber das empfehle ich ausdrücklich nicht.

In der Datei kann man auch NOTIFY_HOLDS=“0″  reinschreiben. Dann werden eventuell manuell zurückgehaltene Pakete nicht benachrichtigt.

Bei der Installation von apticron wurde automatisch ein cron-Eintrag erstellt, der täglich ausgeführt wird.

Eine solche Mail sieht dann so aus:

apticron-output

Linux-Server absichern: SSH Port ändern

Eine Vielzahl der Angriffe auf Linux-Server erfolgen automatisiert auf die Standard-Ports der Anwendungen. Bei Diensten wie Web oder SMTP macht es keinen Sinn diesen Port zu ändern. Bei SSH ist es aber absolut sinnvoll, da man dann zumindest automatisierte Angriffe weitgehend verhindert und im Log nur noch die wirklich relevanten Einträge hat.

Klar: ein Angreifer der gezielt einen Server angreifen will, kann immer noch einen kompletten Portscan machen und dann weitermachen. Aber die meisten Zugriffsversuche erfolgen nach wie vor auf die Standardports.

Darum meine Empfehlung: Den SSH-Standardport von 22 auf etwas anderes ändern.

Das geht am einfachsten so: Zunächst mit einem Editor (z.B. nano oder mcedit) die Datei  /etc/ssh/sshd_config öffnen und den Eintrag  Port 22  ändern. Wichtig ist, das man keinen Port erwischt, der schon von etwas anderes verwendet wird. Nach der Änderung startet man mit dem Befehl  /etc/init.d/ssh restart  den SSH-Daemon neu. Die bestehende SSH-Verbindung auf keinen Fall trennen, da das der einfachste Weg ist, falls etwas schief geht, wieder auf den Server zu kommen. Nun testet man in einer zweiten SSH-Sitzung, ob die Verbindung klappt. Erst wenn das erfolgreich war, kann man die erste Verbindung trennen.

Falls man die SSH-Verbindung manuell aufbaut, kann man nun an der Kommandozeile mit

ssh -p12322 username@server

die Verbindung herstellen. In dem Beispiel wäre es dann Port 12322.

Natürlich funktioniert das hier beschriebene nicht nur auf „richtigen“ Servern, sondern auch auf vServern. Je nach Anbieter kann es aber eventuell noch erforderlich sein, den neuen Port in der Firewall des Anbieters für eingehende Verbindungen freizuschalten.

ssh-portchange

Sind Gästebücher im Internet noch zeitgemäß?

Seit Wochen beschäftigt mich eine Frage: Ist ein Gästebuch auf einer Internetseite heute, im Zeiten von Web 2.0 und Social Media eigentlich noch zeitgemäß?

Leider habe ich für mich bisher noch keine Antwort gefunden. Hier würde mich die Meinung meiner Leser interessieren. Gerne per Kommentar unter diesen Artikel oder per Mail / Kontaktformular!

Meine Beobachtung ist folgende: auf meinen privaten Seiten gibt es seit über 1 Jahr keinen sinnvollen Eintrag mehr. Früher kamen alle 1-2 Wochen ein Eintrag rein, manchmal sogar mehrere. Was dafür sehr rege genutzt wird: SPAM-Einträge ins Gästebuch zu setzen. Hier kann ich ca. 5-10 pro Tag verzeichnen.

Sehr schade, da ich meine Seite nicht in Facebook integrieren möchte, aber auch das Gästebuch an sich halte ich für eine nette Sache. Nur wenns niemand nutzt? Jetzt bin ich zugegeben etwas ratlos.

gb-eintraege

SD-Karte vom Raspberry wieder am PC verwenden

Heute nahm ich eine SD-Karte von einem Raspberry (vorher war Raspian drauf installiert) und wollte am PC Daten darauf speichern. Leider wurde nicht viel daraus, da mir nur noch ca. 76 MB der ursprünglichen 16 GB angezeigt wurden. Auch ein Formatieren der Karte änderte daran nichts und auch die Datenträgerverwaltung von Windows löste das Problem nicht.

Nach einigem probieren hier die Anleitung, wie man die Speicherkarte so löscht, das der volle Speicherplatz wieder verfügbar ist.

Zunächst benötigt man eine Eingabeaufforderung. Hier wird Diskpart gestartet. Der Befehl list disks zeigt alle Festplatten, Speicherkarten und Wechselmedien an. Wichtig ist es nun, den richtigen Datenträger zu erwischen. Im Zweifelsfall den Befehl erst ohne SD-Karte, dann mit ausführen.

Mit select disk + vorher ermittelte Nummer wählt man das passende Laufwer aus und mit clean löscht man alles darauf. Mit exit beendet man dann DiskPart wieder.

Warnung: Die Befehle bitte sorgsam und richtig eingeben und vorher 2x nachdenken! Ein clean auf das falsche Laufwerk wird sehr zuverlässig zu Datenverlust führen.

raspi-partdelete